Im Frühling 2020 beteiligte sich der Vogelschutzverein Kreuzlingen an einer Heckenpflanzung für mehr Biodiversität. 
Die Thurgauer Zeitung berichtete:

In Kreuzlingen profitieren Insekten und Vögel
von einer neuen Wildhecke

Die Initiative «Vorteil naturnah» hat in Kreuzlingen ein erstes Projekt verwirklicht: Bei der Kirche St. Stefan ist eine Hecke gepflanzt worden.

Judith Schuck 22.11.2020, Tagblatt Ostschweiz                                                          



Pfaffenhütchen,Berberitze und andere heimische Büsche und Hecken dürfen seit Samstag ihre Wurzeln vor der katholischen Kirche St.Stefan schlagen. Die Kirchgemeinde beteiligt sich in Zusammenarbeit mit dem Vogelschutzverein Kreuzlingen und der Stadt an der Initiative «Vorteil naturnah», welche der Kanton Thurgau im Jahr 2018 ins Leben rief.

Biologische Vielfalt ist ein Legislaturziel

Das kantonale Amt für Raumentwicklung schätzt, dass bis 2023 etwa 25 Gemeinden eine Leistungsvereinbarung unterzeichnen werden, mit der sie sich verpflichten, für mehr Biodiversität im Siedlungsgebiet zu sorgen. Die Stadt Kreuzlingen ist bereits dabei. Die Förderung von biologischer Vielfalt im Stadt­gebiet sei ein Legislaturziel bis 2023, sagt der Kreuzlinger Umweltbeauftragte Stefan Braun.

Kooperation mit Vogelschutzverein und Stadt

Der Initiant der Pflanzaktion bei St.Stefan, Kirchenpfleger Simon Tobler, wollte auf dem Gelände gerne mehr für die Artenvielfalt tun und suchte den Kontakt zu Vogelschutzverein und Stadt. Neben der 40 Quadratmeter grossen Naturhecke brachten freiwillige Helfer zwei Nisthöhlen für Bachstelze und Kleiber an Bäumen an. Die Büsche für die Wildhecke pflanzten sie unter der Regie des Naturgärtners Markus Allemann. Bisher wuchsen am Standort Forsythien. «Die Forsythie ist ein Exot und schön anzuschauen, sie hat aber keine Bedeutung für die Biodiversität», sagt der Profi. Genauso gut könne man einen Pfahl in den Boden schlagen – der Busch biete Vögeln und Insekten keine Nahrung. «Jetzt haben wir hier lauter Büsche und Sträucher aus dem Thurgau und der nahen Umgebung.» Zwischen den Pflanzen schufen der Gärtner und seine Helfer ausserdem ein Zuhause für Igel und Spitzmäuse in Form von Asthaufen. Uli Bühler vom Vogelschutzverein freut sich schon jetzt: «In ein paar Jahren ist der Tisch hier reich gedeckt mit Blüten, Blättern, Beeren und Insekten.» Zudem dienten die Büsche später als Nistplätze.

Diese Hecke ist erst der Anfang

Was die Finanzen betrifft, sei die Hecke «kein Hosenlupf», sagt der Kirchenpfleger. Bei «Vorteil naturnah» trage der Kanton die Hälfte der Kosten, den Rest teilten sich Kirche und Vogelschutzverein. Gepflegt wird die Wildhecke künftig von Hauswart Johannes Länzlinger. Er absolvierte bei der Stadt eine Weiterbildung für naturnahes Gärtnern. Pfarrer Edwin Stier segnete die frisch gesetzten Pflanzen, auf dass sie wachsen und einen guten Lebensraum bieten mögen.

«Die Hecke ist ein Musterbeispiel, auf das noch viele in Kreuzlingen folgen sollen», sagt Stefan Braun. Im nächsten Jahr lanciere die Stadt eine offizielle Kick-off-Veranstaltung zur Initiative «Vorteil naturnah».

Mehr erfahren:        Vorteil Naturnah Konzept.docx